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Plogging: Sport machen und dabei die Umwelt schützen

Wir alle sollten ab und zu Ploggen gehen. Nein, ist kein Schreibfehler, das heißt wirklich so: „Plogging“. Eine Mischung aus dem schwedischen Wort „plocka“ (aufheben) und „Jogging“. Man geht also Laufen und sammelt dabei noch Müll auf. Und leider ist das notwenig, auch bei uns im Fränkischen Seenland. Das hat eine Plogging-Gruppe nun am Kleinen Brombachsee bewiesen und jede Menge Unrat aufgesammelt.

Eines sei vorweg genommen: Natürlich tun die Seenzweckverbände an Altmühlsee, Brombachsee und Rothsee ihr Bestes, um die Ufer sauber zu halten. Es gibt zahlreiche Mülleimer, die regelmäßig geleert werden und lose umherliegender Unrat wird so gut wie möglich ebenfalls fachgerecht entsorgt.

Jedoch können die Seewärter und Hafenmeister nicht zu Fuß die Uferwege ablaufen und kleinteiligen Müll aufsammeln – das ist wahnsinnig zeitintensiv. Stattdessen könnten wir aber alle etwas dazuhelfen.


Plastikmüll: Ein Problem, das uns alle etwas angeht

Abgesehen davon, dass Abfall am Wegesrand unschön aussieht, belastet er natürlich die Umwelt. Eine Plastikflasche braucht 450 Jahre, bis sie zersetzt ist. Ein kleiner Strohhalm stolze 200 Jahre, und ein normaler Coffee-to-go-Becher 50 Jahre. Sprich: Der achtlos weggeworfene Plastikmüll liegt noch immer in der Natur, wenn der Verursacher schon das Zeitliche gesegnet hat.

Ein weiteres Problem: Der Unrat bleibt nicht an einer Stelle liegen. Der Wind trägt ihn in die Seen, weiter in die Flüsse und dann ins Meer. Vögel und Fische verheddern sich daran, verschlucken den Müll, ersticken daran. Traurige Beispiele, wie gefährlich der Plastikmüll für die Meeresbewohner ist, nennt etwa die Whale & Dolphin Conservation (WDC): „Anfang 2017 strandete ein Cuvier-Schnabelwal an der norwegischen Küste. Seine Obduktion ergab: 30 Plastiktüten, mehrere Plastikteile und unter anderem Bonbon-Plastikhüllen füllten den Magen des ausgehungerten Tieres. Ein weiteres trauriges Opfer unseres rücksichtslosen Plastikkonsums. “

© NABU/ Felix Paulin

Doch nicht nur das Ökosystem der Ozeane ist gefährdet, sondern auch wir selbst. Als Mikroplastik gelangen Kunststoffverpackungen über den Nahrungskreislauf wieder zu uns zurück, indem wir beispielsweise mit Mikroplastik belasteten Fisch essen. „Dabei beschränkt sich die Mikroplastikbelastung nicht nur auf Meere, sondern ist auch in Süssgewässern ein bekanntes Problem“, erklärt das Bundesumweltministerium.


Es sollte uns allen ein Anliegen sein, unsere wunderschönen Seen im Fränkischen Seenland zu schützen. Erstens, indem wir natürlich so wenig Müll wie möglich produzieren und ihn fachgerecht entsorgen, anstatt ihn achtlos hinter einen Busch zu schmeißen. Und zweitens, indem wir ein wenig unserer Zeit dafür opfern, die Umwelt vom bereits vorhandenen Abfall zu befreien.

Sandra Röhrl vom Strandhotel Seehof initiierte die erste Plogging-Runde am Brombachsee

Sandra Röhrl vom Strandhotel Seehof am Brombachsee hat nun zur ersten offiziellen Plogging-Runde aufgerufen. Eine kleine Gruppe machte sich mit Laufschuhen, Handschuhen und Müllsack auf den Weg, um Weggeworfenes wieder einzusammeln.

Entlang der Wege liegt viel, das da nicht hin gehört. „Man kann sich kaum vorstellen, was so alles weggeworfen wird – Flaschen, Konserven, Unterhosen, Plastiktüten, Hundekotbeutel,…“, berichtet die Plogging-Gruppe. Allein auf diesem kurzen Stück zwischen Langlau und Absberg – das sind etwa drei Kilometer einfach – haben die Plogger eine riesige Mülltüte aufgefüllt.

Im Herbst soll das gemeinsame Plogging in die zweite Runde gehen. Doch so lange müsst ihr nicht warten, um aktiv zu werden! Um selbst eine Runde ploggen zu gehen, braucht ihr eigentlich nur die folgenden Utensilien:

  • Laufkleidung und -schuhe
  • idealerweise einen Jutebeutel, um den Müll zu verstauen (der Beutel kann anschließend gewaschen werden)
  • Mehrweg-Handschuhe (Garten- oder Putzhandschuhe)

Nach dem Lauf wird der gesammelte Unrat natürlich getrennt und fachgerecht entsorgt. Übrigens tut ihr beim Plogging nicht nur etwas für die Umwelt, sondern auch für euren Körper: Das regelmäßige Beugen und Aufrichten werden Muskelgruppen in Rumpf und Rücken trainiert, die beim normalen Joggen nicht zum Einsatz kommen.

 

 

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