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Jakobsweg

Der Jakobsweg im Fränkischen Seenland – Wir Pilgern! Teil 1

Gleich mal vorneweg: Wer einmal seinem Alltag entfliehen und sich in ein kleines Abenteuer stürzen will, der sollte sich die folgenden Zeilen sehr genau durchlesen:

Wie wäre es mit einem 2-Tage-Trip bei dem ihr leckeres Essen genießen, traumhafte Landschaften entdecken und spannende Geschichte erleben könnt? Hier ist er. Ein Kurzurlaub um mal eben kurz das Hamsterrad zu verlassen. Seid mutig und traut euch alleine oder teilt das Erlebnis mit einer geliebten Person – in meinem Fall: mit meiner Mama.

Achja, kleiner Reminder: Bald ist Weihnachten! Verschenkt lieber gemeinsame Zeit, statt Dinge!

An vielen Stellen findet man Hinweise zum Jakobsweg, oder einfach nur zum Glücklichsein. 🙂

„Das Leben beginnt dort,
wo deine Komfortzone endet.“

Dass ich tatsächlich einmal ein Stück (und ja, ich weiß, es ist ein wirklich super Mini-Stück) des Jakobsweges pilgern werde, hätte ich niemals gedacht. Ich bin „Team-Spaziergänger“ und Wandern mit Rucksack und Co. stand bisher nie auf meiner Agenda.

Das romantische Bild vom einsamen Wolf, der die Lande durchstreift und Abenteuer erlebt, gefällt mir schon besser. Aber machen tut man sowas ja sowieso nie. Keine Zeit. Die Kinder. Keine richtigen Schuhe. Ausreden gibt‘s genug. Bis jetzt! Jetzt mach ich Nägel mit Köpfen und geh Pilgern! 

Die Qual der Wahl: Ost- oder Westroute

Es gibt zwei Varianten dem Jakobsweg durch das Fränkische Seenland zu folgen. Eigentlich müsste man beide einmal laufen, denn sie sind landschaftlich beide toll und abwechslungsreich. Ganz grob würde ich sie in „Burgenroute“ (Nürnberg-Öttingen) und „Seeroute“ (Nürnberg-Eichstätt) unterscheiden.

Ich hab mich für ein kleines Stück der westlichen „Burgenroute“ entschieden, da ich eine Zwischenübernachtung in der Burg Wernfels eingeplant habe. Ich wollte zumindest einen minimalen Eindruck davon bekommen, wie es ist „richtig zu pilgern“. Tagsüber unterwegs zu sein, abends einzukehren und sich morgens wieder auf den Weg zu machen. 

Einen guten Überblick über die verschiedenen Jakobsweg Varianten findet ihr übrigens hier.

Jakobsweg Abenberg

Bevor es so richtig los geht, machen wir einen Abstecher hoch zur Burg Abenberg.

Es geht los!
Tag 1: Von Abenberg nach Wernfels

Wir starten unsere Tour gleich mit einem Highlight – der Burg Abenberg.

Die mittelalterliche Burgenanlage trohnt über der Stadt und wir haben einen fantastischen Ausblick. Um die Burg richtig zu erkunden, lohnt es sich mal etwas mehr Zeit mitzubringen. Es gibt dort nämlich auch zwei tolle Museen und eine extra Führung lohnt sich immer. 

Von der Burgmauer aus sehen wir auch gleich unser nächstes Ziel: Die Kirche St. Jakobus. Hier finden wir unsere allererste Jakobsmuschel am Toreingang und ich bin gleich ein bisschen euphorisch. Die Kirche selbst ist sehr schön, es gibt mehrere Seitenaltäre und ganz oben entdecken wir St. Jakob mit Pilgerstab und Muschelsymbol.

Das ist übrigens auch so eine Sache, die mir vorher nie aufgefallen ist: Überall auf dem Weg entdecken wir Zeichen und Hinweise auf den Jakobsweg. Die Muschel ist quasi überall und unser ständiger Begleiter. Apropos. In der Kirche holen wir uns auch unseren ersten offiziellen Pilgerstempel!! Ok, jetzt ist das Sammelfieber definitiv geweckt…

Die Jakobsmuschel – unser ständiger Begleiter. Die Wege sind überall gut beschildert. Man verläuft sich nur wenn man zuviel quatscht 😉

Historisches Dürrenmungenau

Der Weg nach Dürrenmungenau führt uns an Felder und Wiesen vorbei. Wir stoßen neben Hopfenfeldern auf eine markante weiße Säule und erfahren, dass an dieser Stelle früher einmal eine wichtige Handelskreuzung gewesen ist. Wir haben übrigens auch gelernt, falls mal kein Pfeil bei der Jakobsmuschel dabei sein sollte, folgt man dem Weg in Richtung „geschlossener Muschelseite“. Man sagt nämlich, der geschlossene Teil der Muschel symbolisiert Santiago de Compostela und alle Straßen führen dorthin. So ist das also.

In Dürrenmungenau lohnt sich ein kurzer Abstecher zum Wasserschloss und zur kleinen St. Jakobus Kirche nebenan. Besonders schön ist hier die alte Empore und die gut erhaltenen hölzernen Bankreihen neben dem Altar.

Achtung: Das Schloss ist in Privatbesitz, deswegen bitte nicht einfach hineinmarschieren. 

 

Den Herbst im Gepäck

Der Weg führt uns aus Dürrenmungenau wieder hinaus durch das etwas unscheinbare Beerbach hindurch in Richtung Pflugsmühle. Das Wetter ist übrigens großartig. Perfekte Wanderbedingungen. Überall fliegen die bunten Herbstblätter um uns herum und ein kleiner Bachlauf begleitet uns mit wehenden Schilfhalmen.

Ein Muss: Ab und zu stehenbleiben und tief durchatmen!

Einkehrmöglichkeit im Biergarten Pflugsmühle

Und wer jetzt nicht, so wie wir, schon unterwegs gevespert hat, der kann sich nun auf eine kleine Genusspause freuen. Wir erreichen den Biergarten Pflugsmühle und von Flammkuchen bis herzhafte Brotzeit gibt es alles was das Wanderherz begehrt. Ich gönn mir einen Cappucino, ein Stück Kuchen und streck die Beine aus. Das ist ja auch das Beste an so einem kleinen Abenteuer. Man hat keine Termine. Man kann sich einfach Zeit nehmen und genießen. 

Die letzte Strecke am ersten Tag führt uns nach Wernfels und den Berg hoch zur Jugendherberge Burg Wernfels. Hier haben wir uns für die Nacht einquartiert und wollen morgen früh weiter nach Kalbensteinberg. Dort steht für uns noch ein Highlight auf dem Plan, nämlich eine Führung in einem richtigen Schatzkästlein.

Meine Highlights an Tag 1:

  • Plausch mit einem Fremden über seine spannende viermonatige Reise nach Santiago
  • Wunderschöner wilder Bauerngarten am Ortsrand von Dürrenmungenau, inklusive süßen Zwergseidenhühnern
  • Kaffeepäuschen und Leben genießen im Biergarten Pflugsmühle
  • Einchecken auf Burg Wernfels wie ein „echter Pilgerer“ 😉 

Infos zur Strecke

  • Weg: ca. 9,5 km, meist ebene Straßen- und Schotterwege, vorbei an Wiesen und Feldern
  • Zeit (inkl. Sightseeing und Vesperpause):
    Abenberg-Pflugsmühle: 3 Stunden
    Pflugsmühle-Burg Wernfels: 30 min

Und weiter geht’s!

Wie unsere Nacht auf Burg Wernfels war, was man dort unbedingt einmal gemacht haben muss und was uns im Schatzkästlein Frankens erwartet, das könnt ihr bald alles im nächsten Blogartikel lesen! Bis dahin, besorgt euch Wanderschuhe… 😉

Burg Wernfels erwartet uns schon ganz oben am Berg.

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1 Kommentar zu “Der Jakobsweg im Fränkischen Seenland – Wir Pilgern! Teil 1”

  1. Erna Huber sagt:

    Schön 😇

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