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Zwischen Spielplatz, Naschgarten und Stadtmauer

Es gibt diese Tage, an denen man eigentlich nur mal kurz auf den Spielplatz will – und dann plötzlich einen ganzen Nachmittag unterwegs ist. So ging es uns beim neuen Spielplatz im Weißenburger Schießgraben. Das liegt aber nicht nur am Spielplatz selbst, sondern auch weil es in der direkten Umgebung noch so viel Tolles zu entdecken gibt.

Gut, jetzt müssen wir zugeben, der neue Spielplatz ist für uns quasi ein absolutes Heimspiel. Wir waren und sind hier immer wieder gerne. Selbst ich habe als Kind auf dem vorherigen, alten Spielplatz bereits meine ersten Klettererfahrungen gesammelt. Umso schöner ist es jetzt, dass die Anlage komplett runderneuert wurde. 

Spielplatz direkt an der Stadtmauer

Wir starten also gleich am neuen Spielplatz direkt vor der Stadtmauer. Es wurde im vergangenen Jahr wirklich alles erneuert, und wir finden, das merkt mal. Die neuen bunten Klettertürme orientieren sich an den Türmen der historischen Stadtbefestigung, die gleich dahinter aufragt. So entsteht fast das Gefühl, mitten in einer kleinen Spiel-Festung zu stehen. Und genau das macht den Reiz aus: Es geht nicht nur ums Rutschen und Schaukeln, sondern ums Entdecken, Ausprobieren, Hochklettern.

Das Konzept ist darauf ausgelegt, Kinder herauszufordern, und zwar über einen längeren Zeitraum hinweg. Verschiedene Kletterelemente, Höhenunterschiede und ein Bodentrampolin sorgen dafür, dass es selbst für größere Kinder nicht so schnell langweilig wird. 

Ein Bereich für die ganz Kleinen

Gleichzeitig wurde aber auch an die ganz Kleinen gedacht: Rund um den grünen Turm gibt es einen eigenen Bereich mit Sandspiel, beweglichen Eimern und einer Kleinkinderschaukel. Einige Elemente sind zudem barrierearm gestaltet, etwa ein Spieltisch, der auch für Kinder im Rollstuhl gut erreichbar ist.

Noch ist nicht alles ganz fertig: Der Rasen muss an manchen Stellen erst anwachsen, das Fußballfeld braucht damit noch ein bisschen Zeit. Auch die neuen Bäume werden in Zukunft noch mehr Schatten spenden, aber den brauchen wir zum Glück noch nicht. Noch freuen wir uns über jeden einzelnen Sonnenstrahl. 

Der große Hang, der den Spielplatz von der Straße abtrennt, wurde bei der Neuauflage übrigens geschickt mit eingeplant. War es früher ein reiner (Matsch-)Rutsch-Hügel gibt es jetzt ganz bewusst gesetzte Elemente, die dem Hügel eine gewisse Struktur geben. Bänke, eine Hangrutsche, kleine Wege, das alles kann sich sehen lassen. 

Essbare Landschaften

Foto: Bianca Pauler

Nach einer kurzen Pause an einer genau solchen Sitzgruppe ziehen wir weiter. Denn nur einmal über die Straße, quasi direkt neben dem Spielplatz, beginnt ein Bereich, der fast ein bisschen überrascht: die essbaren Landschaften im Schanzmauergraben. Wo früher wenig Aufenthaltsqualität war, entsteht hier nach und nach eine Art öffentlicher Garten. Obst, Kräuter, essbare Pflanzen – und das Besondere: Alle dürfen ernten. Noch ist vieles im Wachsen und im Moment natürlich noch nicht zum Ernten, aber genau das macht den Charme aus. Es ist ein Ort, der sich verändert, in und mit jeder Saison ein Stück mehr.

Foto: Bianca Pauler

Seeweiher neben Spielplatz

Geht man übrigens statt beim kleinen grünen Kletterturm am gelben Turm den Hügel hoch, öffnet sich der Blick auf den Seeweiher. Ruhig liegt er da, eingerahmt von einem weiteren Teil der historischen Stadtmauer. Kaum zu glauben, dass dieser Weiher einst Teil der Verteidigungsanlage war und sich im Laufe der Zeit immer wieder verändert hat. Heute ist er vor allem eines: Ein schöner Platz zum Innehalten und Enten beobachten. Wasser, Grün, Geschichten, hier kommt alles zusammen.

Stadtmauer-Spaziergang

Und wer dann noch Lust auf einen kleinen Spaziergang hat, ist hier genau richtig. Direkt hinter Seeweiher, Spielplatz und essbaren Landschaften verläuft die fast vollständig erhaltene Stadtmauer – eines der Highlights in Weißenburg. Ein Teil des rund 2,2 Kilometer langen Rundwegs lässt sich damit wunderbar in den Ausflug einbauen. Die kleinen Türmchen, mal mit mal ohne Fachwerk, haben ihren ganz eigenen Charme. Und hüpfen über Kopfsteinpflaster ohne die Fugen zu berühren geht sowieso immer. 

Unser Fazit

Der neue Spielplatz im Schießgraben ist der perfekte Startpunkt, aber eigentlich nur ein Teil des Erlebnisses. Wer hierherkommt, bekommt gleich mehrere Ausflugsziele auf einmal: einen abwechslungsreichen Spielplatz, einen entstehenden Naschgarten, den Seeweiher und ein Stück beeindruckende Stadtgeschichte. Ach ja, und wem das immer noch nicht reicht, der kann auch in Richtung der historischen Altstadt abbiegen, aber das wird dann mal eine andere Geschichte. Wir sind auf jeden Fall mal wieder viel länger geblieben, als wir dachten – und das ist ja eines der besten Zeichen für einen absolut gelungenen Ausflug.

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