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Besuch der LBV-Umweltstation am Rothsee im Fränkischen Seenland

Wir haben einen Winterblues. So richtig und eklig. Keiner von uns hat Lust, in das furchtbar graue Wetter rauszugehen. Aber hilft ja nix: Sauerstoff tut allen gut. Deshalb haben wir geschaut, ob es nicht irgendeine Motivation gibt, die geliebte Kuschelecke doch zu verlassen. Dabei sind wir auf die Umweltstation am Rothsee gestoßen – und um es gleich Vorwegzunehmen: Es hat sich echt gelohnt.


Kurz und knapp – was wir gelernt haben:

  •  Blindschleichen sind gar nicht blind.
  •  „Kaputtes Gras mit Matschewasser“ ist nicht eklig sondern ein Lebensraum für Tiere im Tümpel.
  •  Raubfische, wie zum Beispiel der Hecht, sind die Gesundheitspolizei für Gewässer.
  •  Hängematten machen auch bei -0,5 Grad Celsius und Niesel-/Nebelwetter Spaß.
  •  Man kann sich auch ohne Wasser auf einem Matschspielplatz ordentlich einsauen.
  •  Von 100 Stück Obst und Gemüse, die der Landwirt erntet, landen nur 44 Stück auf dem Teller.
  •  Mit dem Strom, der jährlich nur für das Versenden von Spam-Mails benötigt wird, könnten 2,4 Millionen Haushalte mit Strom versorgt werden.

Parken in der ersten Reihe

Bepackt mit Thermoskanne, Brotzeit, gefütterten Matschhosen, dicken Stiefeln und all dem Kram, was man bei dem Wetter halt so braucht, geht es los. Die Stimmung ist, nennen wir es mal dezent verhalten. Aber schon beim Parkplatz suchen, das erste Erfolgserlebnis: keine Parkgebühren, da ja Nebensaison ist und einen Parkplatz in der ersten Reihe, da wirklich nichts los ist. 

Und so geht es positiv weiter. Das Stückchen Fußweg vom Parkplatz zur Umweltstation ist gleich geschafft und am Eingang wartet eine Übersichtskarte, wo die Mädels erste Knöpfchen drücken.

Das geöffnet ist, haben wir vorher kurz telefonisch abgeklärt. Und außer Abstand halten und die üblichen Hygienemaßnahmen gelten auch keine besonderen Vorschriften auf dem Gelände. 


Öffnungszeiten:

  • Samstag von 13 – 17 Uhr
  • Sonn- und Feiertage von 11 – 17 Uhr
  • Von Mai bis Oktober zusätzlich auch: Dienstag bis Freitag von 14 – 18 Uhr
  • Telefon: 09174 / 9773773
  • Mail: umweltstation-rothsee@lbv.de

Allerdings ist das Gebäude selbst derzeit geschlossen. Besucht werden kann nur der Außenbereich. Dafür gibt es direkt vor dem Gebäude, das mit seiner Form und Neststruktur übrigens einem Vogelnest nachempfunden ist, ganz viele Infomaterialien. Und für Fragen ist auch immer jemand da. Wir decken uns also mit einer Broschüre und diversen Flyern ein und starten den Rundweg mit der Unterwasserwelt.

 

Froschlaich oder Entengrütze

Da ich nicht so der große Fischfan bin, überlasse ich die Erklärungen dem Papa, schau mich schon mal weiter um und entdecke einen alten, knallbunten Wohnwagen. Dieser dient wohl in der Hauptsaison als Büro oder Infopunkt, so genau können wir es nicht erkennen.

Uns begeistern auf jeden Fall die leuchtenden Farben in dem ganzen Grau. Und wir sind uns einig: Sollte unser Wohnwagen (wir sind begeisterte Camper, mehr dazu könnt ihr hier lesen) mal den Geist aufgeben, dann machen wir daraus auch ein kunterbuntes Büro und stellen es in unseren Garten. 

Die Stimmung ist somit richtig gut und den leichten Nieselregen merkt kaum noch einer. Bei den Forscherteichen erklären wir den Mädels, dass das „kaputte Gras mit Matschewasser“ nicht eklig ist, sondern darin ganz viele Tiere leben. Beim genaueren Beobachten gehen die Meinungen allerdings etwas auseinander. Die Mädels behaupten Froschlaiche zu sehen, wir sind der Meinung es ist Entengrütze. Wer Recht hat, wird wohl ein Geheimnis bleiben.

Hängematte geht auch im Winter

Bevor die Meinungsverschiedenheiten etwas unpädagogisch enden, machen wir weiter und kommen zu meiner Meinung nach dem schönsten Platz des Rundwegs. Beschrieben ist es in der Karte mit „Wolkenkino“ und meint damit im Kreis gespannte Hängematten.

Gut, ich hätte nicht gedacht, dass ich mich mal bei -0,5 Grad Celsius und Niesel-/Nebelwetter in eine Hängematte lege und es auch noch toll finde. Aber es macht wirklich Spaß und fühlt sich gleich ein bisschen nach Sommer an. Also eine begrenzte Zeit. Bis die Kälte doch hochkriecht. 

Lieber schnell aufstehen und die Aussicht an der Spitze der kleinen Landzunge genießen. Mit Fernrohren sehen wir die Enten und Blässhühner auf dem See schwimmen. Und ein QR-Code von ornitho.de ermöglicht es zu sehen, welche Tiere sich die letzten 15 Tage hier so rumgetrieben haben.

Das interaktive Klimadeck

Als nächste Station gehen wir über die drei Meter hohe Sanddüne auf das Dach des Gebäudes. Hier befindet sich neben einer tollen Aussicht über den Rothsee das Klimadeck mit Informationen über erneuerbare Energien.

Mit interaktiven Stationen lernen wir noch einiges zu Windkraft, Geothermie, Biomasse, Sonnenenergie und Wasserkraft. Auch Themen wir Stromverbrauch und Lebensmittelverschwendung werden aufgegriffen. Besonders hat uns dabei gefallen, dass der Sprecher der Stationen im tiefsten fränkisch die Informationen gibt. Super authentisch.

Durchgefroren aber rundum zufrieden

Für den Abschluss haben wir uns den Wasser-Matsch-Spielplatz aufgehoben. Auch wenn die Pumpenanlage abgestellt ist: die Sauerei bleibt. Der Sand ist aufgrund des Wetters sowieso feucht, in den Rinnen hat sich Wasser gesammelt und an den langweiligen Stellen kann man ja auch klettern. Erst beim Aufmachen der Thermoskanne merken wir, wie kalt es eigentlich ist. Bis dahin hatten wir das ganze Grau ziemlich vergessen.

Gestärkt, nass und durchgefroren holen sich die Mädels noch ganz stolz einen Stempel für den Bayern-Entdecker-Pass ab und wir machen uns auf den Heimweg. Mit dem festen Vorsatz: Wir müssen unbedingt bei schönem Wetter nochmals her. Außerdem gibt es noch einen Geocache zu entdecken und die Stationen im Gebäude wollen wir auch noch machen.


Weitere Informationen zur Umweltstation könnt ihr hier nachlesen

Adresse:

LBV Umweltstation Rothsee
Am Rothsee 10
91161 Hilpoltstein

Und wer wissen will, was im Sommer noch alles geboten ist und ein paar weitere Infos braucht, kann sich gerne hier mal reinklicken. Der Tourismusverband Franken hat dazu einen tollen Artikel geschrieben und noch ganz andere Sachen entdeckt, wie wir in unserer Winterblues-Stimmung.


 

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