Kann das Wetter im Fränkischen Seenland schlecht sein? Tatsächlich kommt es immer darauf an, was man für den jeweiligen Tag eingeplant hat. Wer etwas flexibel ist, kann bei jeder Wetterlage unterhaltsame und spannende Aktivitäten erleben. Wen es aber auf Grund der Wettersituation nach innen ziehen sollte, der wird im Seenland auch natürlich fündig werden.
Residenz Ellingen

Die Residenz Ellingen – wuchtig steht sie im Herzen der mittelfränkischen Kleinstadt. © Bayerische Schlösserverwaltung (Foto: Maria Scherf/ Andrea Gruber) www.schloesser.bayern.de
Wuchtig steht sie da, die Residenz zu Ellingen. Sie wirkt fast zu groß für den Ortskern von Ellingen. Die Residenz hat eher Großstadt-Ausmaße und würde mit ihrer Größe durchaus nach München oder in eine andere Metropole passen. Doch der Prachtbau steht nun mal mitten im Fränkischen Seenland, in der Kleinstadt Ellingen. Ein Besuch lohnt sich auf alle Fälle. Allein schon das Treppenhaus macht mächtig Eindruck. Das Schloss entstand in seiner heutigen Form vor rund 300 Jahren und war einst Sitz des Deutschen Ordens. Doch bereits vor dem Bau soll es anstelle des heutigen Schlosses mittelalterliche Vorgängerbauten und wohl einen sehr repräsentativen Renaissancebau gegeben haben. 1789 endete die Geschichte des Deutschen Ordens in Ellingen, die Residenz wurde vom Königreich Bayern übernommen.
Das königliche Geschenk für den Feldmarschall
König Max I. Joseph machte das Schloss 1815 zum Geschenk. Feldmarschall Carl Philipp Fürst von Wrede wurde so für seine Verdienste geehrt. Der wiederum hübschte das Schloss auf und ließ einige Räume mit kostbarsten Seiden- und Papiertapeten, Möbeln, Glas und Bronzen ausstatten. Geld spielte offenbar keine Rolle. Die Luxusgüter wurden aus Paris herangeschafft. Heute zählen diese Räume mit wunderschönen Stuckaturen und kostbaren Möbeln zu den bedeutendsten Raumkunstwerken des Klassizismus in Bayern.

Residenz Ellingen, Empfangssaal – Blick in das Compagnie-Zimmer. Heute zählen diese Räume mit wunderschönen Stuckaturen und kostbaren Möbeln zu den bedeutendsten Raumkunstwerken des Klassizismus in Bayern. © Bayerische Schlösserverwaltung (Foto: Maria Custodis) www.schloesser.bayern.de
Prunkvolle Ausstattung
Die Residenz steht zwar heute in der Obhut der Bayerischen Schlösserverwaltung, doch die Nachfahren des Herrn Feldmarschall sind immer noch in Ellingen aktiv – unter anderem mit der benachbarten Brauerei samt Gasthaus. Tipp: Unbedingt die barock ausgestattete Schlosskirche besichtigen. Sie ist wunderschön. Nicht umsonst wird sie gern für Hochzeiten angemietet. Unmittelbar hinter der Residenz schließt sich der Schlosspark an. Vor allem im Frühjahr zieht dieser Besucher an. Der Grund ist ein blaues Blumenmeer. Unter mächtigen Bäumen im Schlosspark blühen Hunderttausende Sibirische Blausternchen.
Infos zu Öffnungszeiten, Führungen und Eintrittspreisen:
www.schloesser.bayern.de/deutsch/schloss/objekte/ellingen.htm
Titelbild Residenz Ellingen – © Bayerische Schlösserverwaltung (Foto: Maria Scherf/ Andrea Gruber) www.schloesser.bayern.de

Hofkirche Residenz Ellingen – barocke Pracht in höchster Vollendung. © Bayerische Schlösserverwaltung (Foto: Maria Custodis) www.schloesser.bayern.de
Freizeitbad Juramare in Gunzenhausen

Das Freizeitbad Juramare in Gunzenhausen bietet vielfältige Möglichkeiten für die ganze Familie. Foto: Stadtwerke Gunzenhausen
Wenn dann doch mal Regenwolken durch das Fränkische Seenland ziehen sollten und die Temperaturen schwächeln, dann ist das Freizeitbad Juramare in Gunzenhausen die ideale Anlaufstelle. Hier lässt sich mit der Familie locker ein ganzer Tag verbringen. Das Angebot ist riesig. Bahnen ziehen oder einfach gemütlich im Wasser treiben lassen, das funktioniert bestens im 25-Meter-Schwimmerbecken mit seinen fünf Bahnen. Die Wassertemperatur wird mit 29 Grad angegeben. Ein lohnenswertes Freilufterlebnis bietet ein Außenbecken mit Massagedüsen, Wasserliegen, Wasserstrudel und Gegenstromanlage an – das Wasser wird hier auf äußerst angenehme 33 Grad erwärmt. Noch molliger wird’s mit 39 Grad im Solebecken – angereichert mit zwei Prozent Salz. Sehr entspannend wirkt der Hot-Whirlpool mit seinen 9 Sitzplätzen und 33-Grad-Wasser.

Eine der Attraktionen im Juramare Gunzenhausen ist die 100 Meter lange Riesenrutsche. Foto: Stadtwerke Gunzenhausen
Mega-Rutsche mit Tempomessung
Die vielgenutzte Attraktion des Freizeitbades ist zweifelsohne die 100 Meter lange Black-Hole-Riesen-Rutsche. Wer sich da reinsetzt, schießt mit mächtig Tempo durch die Röhre in Richtung separatem Rutschbecken, begleitet von tollen Lichteffekten. Die Geschwindigkeit kann sogar gemessen werden. Der Aufstieg auf den 13 Meter hohen Turm ist auch im Winter sehr komfortabel, da beheizt. Auch kleinere Badegäste kommen im Freizeitbad Juramare voll auf ihre Kosten. Für sie steht im Kleinkind-Bereich mit seinem 35-Quadratmeter-Becken auch eine Rutsche bereit, aber natürlich deutlich kleiner. Sprudler und Wasserfall runden das Bade- und Planschvergnügen dort ab.

Auch die jüngsten Badegäste kommen im Juramare Gunzenhausen auf ihre Kosten. Foto: Stadtwerke Gunzenhausen
Einzigartig: Das große Saunadorf
Ein absolutes Highlight im Juramare ist das Saunadorf. Es trägt das für Saunabetriebe höchste deutsche Qualitätssiegel „Sauna Premium“, vergeben vom Deutschen Saunabund. Warum das so ist, zeigt sich schon auf den ersten Blick. Das Saunadorf ist ein echter Hingucker und zieht Saunafreunde von weit her an.

Das Saunadorf im Juramare Gunzenhausen trägt das Premiumsiegel für Saunen. Foto: Stadtwerke Gunzenhausen
Das Angebot ist vielfältig, die Namen der einzelnen Saunas originell: „Backstube“, „Alter Bierkeller“, „Biohäusla“ oder Zunftstube“. Bei bis zu 100 Grad Raumtemperatur kommt man da ins Schwitzen. Ruhen und Ausspannen lässt sich nach dem Saunagang in verschiedenen Bereichen. Ein besonderes Ambiente bietet der „Ruhestadl“ mit 5 beheizten Wasserbetten, 1 großes beheiztes Doppelwasserbett und 2 Infrarotwärmekabinen. Leise Entspannungsmusik und wechselnde Farben sorgen runden das Erlebnis ab. Und wer nach soviel Entspannung Hunger verspürt, dem kann in der Saunagastronomie geholfen werden.
Infos zu Öffnungszeiten, Preisen und Angebot
www.swg-gun.de/Freizeitbaeder/Freizeitbad-Juramare

Die Ruhezone im Saunabereich des Juramare in Gunzenhausen. Foto: Stadtwerke Gunzenhausen
Römermuseum Weißenburg

Im Römermuseum Weißenburg wird die Geschichte der Römer im Fränkischen Seeland erzählt. Foto: Museen Weißenburg – Conrad Lunar
Man ist fröhlich mit der Gartenarbeit beschäftigt, buddelt sich tapfer in den Boden und stößt plötzlich auf einen Römerschatz. Klingt ungewöhnlich, ist aber genau so 1979 einem Hobbygärtner in Weißenburg passiert. Der Mann staunte nicht schlecht, als er bei der Anlage eines Spargelbeets plötzlich im Boden verrostete Eisenteile entdeckte. Der Mann gab nicht auf, er buddelte sich tiefer in die Erde und machte tatsächlich einen spektakulären Fund. 114 Objekte schlummerten bis zu diesem Augenblick unentdeckt rund zwei Jahrtausende im Weißenburger Boden.

Der Fund aus dem Spargelbeet – der Römerschatz von Weißenburg. Foto: Museen Weißenburg – ArcTron
Sensationsfund im Spargelbeet
Man geht davon aus, dass wohl ein Plünderer die Gegenstände einst im Boden versteckt hatte, zum Schutz vor den im 3.Jahrhundert nach Christus einfallenden Alamannen. Der Fund wird als der größte seiner Art in Deutschland beschrieben: Votivtafeln, Gefäße, Militaria, Werkzeuge, Metallschrott – aber auch einzigartige Götterfiguren und Statuetten. Kein Wunder, dass man um diesen Schatz ein ganzes Museum bauen musste. Das Römermuseum zeigt diesen außergewöhnlichen Fund und erzählt viel über das römische Leben im Kastel Biriciana, in dem eine Reiterstaffel untergebracht war. Das Nordtor des Kastells wurde rekonstruiert und ist frei zugänglich und kann jederzeit besichtigt werden. Sehr eindrucksvoll sind auch die großen Thermenanlagen, die in der 1970er-Jahren entdeckt wurden. Auf Stegen lässt sich über die Anlage spazieren.

Das rekonstruierte Tor des römischen Kastells in Weißenburg. Foto: Museen Weißenburg – Simon Sulk
Spaß für Kinder mit den Römern
Zurück zum Römermuseum. Die Ausstellung wurde vor rund 10 Jahren völlig neu konzipiert. Nach über zwei Jahren Renovierung zeigt sich nicht nur der Schatz im neuen Licht. Es lässt sich nun auch sehr viel tiefer in die römische Geschichte Weißenburgs und des Fränkischen Seenlands eintauchen. Der Limes, die sogenannte „Teufelsmauer“, war offenbar durchlässiger, als man vermuten mag. Spannend ist zu erfahren, wie die Soldaten im Lager lebten, wie sich Römer und Germanen kulturell austauschten, wie Händler ihre Geschäfte mit den Besatzern tätigten.
Auch Kinder können im Römermuseum Weißenburg eine spannende Zeit erleben. Sie werden mit einem Fragebogen auf Entdeckungsreise durch das Museum geschickt. Mit etwas Fleiß und Glück wartet dann sogar ein kleiner Römerschatz auf sie.

Für die Kinder ist der Besuch der römischen Stätten in Weißenburg ein großes Vergnügen, wie hier im Limesinformationszentrum. Foto: Museen Weißenburg – Dietmar Denger
Römermuseum, Kastell Biriciana, Therme und auch das Bayerische Limes-Informationszentrum lassen die römische Geschichte anschaulich und spannend erzählt, lebendig werden.
Achtung: Das Römermuseum macht von Januar bis Mitte März Winterpause. Die Therme ist von Mitte November bis Mitte März geschlossen.
Infos zu Öffnungszeiten und Eintrittspreisen finden sich auf www.weissenburg.de/roemer

Infos zu den beschriebenen Schlechtwettertipps:
Residenz Ellingen: www.schloesser.bayern.de/deutsch/schloss/objekte/ellingen.htm
Juramare Gunzenhausen: www.swg-gun.de/Freizeitbaeder/Freizeitbad-Juramare
Römermuseum Weißenburg: www.weissenburg.de/roemer
Hier gibt es weitere Tipps:
