Seen.Land.Blog

Romantische Motorrad-Tour zu den nordöstlichen Burgen und Schlössern

Das Fränkische Seenland ist ein wahres Schatzkästlein, wenn es um Burgen, Burgruinen und Schlösser geht. Keine pompösen Bauten wie das Schloss Neuschwanstein freilich, aber es sind durchaus viele Schmuckstücke dabei. In einer spätsommerlichen Motorradtour habe ich vor allem die Burgen und Schlösser im nordöstlichen Teil des Fränkischen Seenlands besucht. Auf einer gemütlichen Runde von knapp 100 Kilometern findet man hier fast ein Dutzend Burgen, Schlösser und Schlösschen. Auf in den Sattel!

Schon der Ausgangspunkt unserer Tour ist ein Prachtbau: Das Barockschloss in Ellingen. Die Residenz wurde Anfang des 18. Jahrhunderts erbaut und ist heute noch mit der dazugehörigen Brauerei „Fürst Carl“ im Besitz der Fürstenfamilie von Wrede. Im öffenltich zugänglichen Teil des Gebäudes ist das Kulturzentrum Ostpreußen mit einer spannenden Ausstellung über das ostpreußische Kulturerbe untergebracht. Kulinarisch werden die Besucher im schönen Biergarten des gegenüberliegenden Fürst Carl Bräustüberls verwöhnt.

Von Ellingen aus geht es auf der Bundesstraße 13 zum Ortsteil Stopfenheim. In der Ortsmitte biegt man rechts ab und folgt der Beschilderung „zum Brombachsee“. Auf der rechten Seite liegt versteckt zwischen den Wohnhäusern das Stopfenheimer Vogteischloss, das ebenfalls zu Beginn des 18. Jahrhunderts im Barockstil erbaut wurde. Es befindet sich in Privatbesitz und kann nicht besichtigt werden; ein Blick von außen lohnt sich aber allemal.

Über malerische Dörfer und das Absberger Schloss zur Burg Wernfels

Über die malerisch gelegenen Dörfer Dorsbrunn und Thannhausen erreicht man den Brombachsee. Am Westufer entlang geht es nach Absberg, wo im Ortszentrum das barocke Deutschordensschloss Absberg emporragt. Das Schloss wurde anstelle der vorherigen Burg Absberg im 18. Jahrhundert errichtet und beherbergt heute eine Behinderten-Einrichtung der Regens-Wagner-Stiftung. 

Idyllisch geschwungene Wege im Hinterland des Brombachsees

Von Absberg aus führt die Tour über Geiselsberg und Haundorf zunächst auf die B466. Von dort biegt man nach einiger Zeit rechts ab in Richtung Wernfels. Die Burg Wernfels ist ein beeindruckender Bau auf einem Hügel über dem Rezattal, der vor allem aus der Ferne seine romantische Wirkung nicht verfehlt. Die Burganlage hat schon rund 800 Jahre auf dem Buckel und ist seit fast 100 Jahren im Besitz des CVJM. Sie dient als Jugendherberge, Seminarzentrum und Veranstaltungsstätte.

Mittagspause an der Pflugsmühle und weiter zum Wasserschloss

Ein paar Kilometer nach Wernfels erreicht man die Pflugsmühle, die zwar weder Burg noch Schloss ist, aber dennoch einen Stop wert ist. Wegen des alten Mühlengebäudes, wegen der Pferde-Ranch, und vor allem wegen dem urigen Biergarten mit leckeren Gerichten und dem berühmten Pflugsmühler Brot. Der Ort eignet sich perfekt für eine gemütliche Mittagspause, bevor es weitergeht auf der Burgen- und Schlössertour.

Nach der Stärkung geht es von der Pflugsmühle aus über Beerbach zum Wasserschloss Dürrenmungenau. Das um 1720 erbaute Barockschloss diente der Nürnberger Adelsfamilie von Kressenstein als Sommerresidenz. Kein Wunder, denn das kleine Schlösschen versprüht einen idyllischen Charme, der seinesgleichen sucht. Kein Wunder, dass das noch immer in Privatbesitz befindliche Schloss mitsamt seinem Park, mittlerweile als beliebte Event- und Hochzeitslocation genutzt wird und auch der Weihnachtsmarkt sollte unbedingt einmal besucht werden.

Burg Abenberg

Von Dürrenmungenau geht es nur wenige Kilometer weiter nach Abenberg, wo man schon von weitem die malerische Burg Abenberg auf der Anhöhe thronen sieht. Sie wurde ab 1130 als Nachfolge-Bau einer Holzburg errichtet und war seinerzeit eine der imposantesten Burgen Bayerns. Nachdem der Verfall des Gebäudes drohte, kaufte die Stadt Abenberg in den 80er Jahren das Anwesen und leitete Renovierungsmaßnahmen ein. Heute beherbergt die Burg ein Hotel, ein Restaurant, das Haus fränkischer Geschichte und das Klöppel­museum Abenberg (das Hotel hatte ich auch schon im Rahmen der Sightsleeping-Unterkünfte im Fränkischen Seenland vorgestellt). Wer kurz an der Burg Pause machen will, genießt vom Wehr aus einen herrlichen Blick über den Ort.

Schloss Ratibor und die Burgruine Hilpoltstein

Von Abenberg aus geht es weiter nach Roth, wo im südlichen Stadtzentrum das Schloss Ratibor wartet. Das Jagdschloss wurde im 16. Jahrhundert von Georg „dem Frommen“ im Stil der Frührennaissance errichtet. Später warren auch zeitweise eine Fabrik und das Landgericht darin untergebracht. Seit 1942 ist das Schloss im Besitz der Stadt Roth. Das Gebäude beherbergt nun die Stadtbücherei, den Sitzungssaal des Stadtrats, das Stadtmuseum, die Tourist-Information und das Stadtarchiv. Außerdem wird Ratibor mitsamt seinem Innenhof für Veranstaltungen und Vorführungen genutzt.

Von Roth aus führt die Tour zur Burgruine Hilpoltstein, die sich auf einem Sandsteinfelsen über dem Ort erhebt. Die Burg wurde um das Jahr 1100 herum erbaut. Seit dem Ende des 17. Jahrhunderts sind die Gebäude verlassen. Spätere Besitzer nutzten die Burg als Steinbruch. Seit 1972 ist der Landkreis Roth Eigentümer der Ruine und nahm Sicherungs- und Sanierungsmaßnahmen vor. Mittlerweile ist die Burgruine für Besucher zugängllich und wird als Schauplatz von Mittelalter-, Musik- und Theaterveranstaltungen genutzt.

Über Burg Geyern und die Wülzburg zurück nach Ellingen

Langsam führt die Route zurück Richtung Ausgangspunkt, doch es warten noch zwei Burgen auf dem Weg. Von Hilpolstein aus geht es über Heideck und Schlossberg (allerdings ohne Schloss) auf den Fränkischen Jura. In dem Dörfchen Geyern passiert man die Burg Geyern, die im 12. bis 13. Jahrhundert erbaut wurde und sich in Privatbesitz befindet. Von außen kann man aber einen Blick auf das hübsche Anwesen erhaschen.

Weiter geht es über Oberhochstatt zur Hohenzollernfestung Wülzburg, die auf einem Berg hoch über Weißenburg thront. Der Wülzburger Berg ist mit 620 Metern über dem Meeresspiegel die zweihöchste Erhebung im südlichen Franken und präsentiert einen fanstastischen Ausblick über das Fränkische Seenland und Altmühltal. Die Festung, die Ende des 16. Jahrhunderts erbaut wurde, hat schon viele Zwecke erfüllt: Vom Kloster, über eine Festung und ein Kriegsgefangenenlager, bis hin zur heutigen Schule für Altenpflege. Teile des Gebäudes werden auch als Veranstaltungsräume genutzt. Im Innenhof befindet sich außerdem der urige Burgwirt als Einkehrmöglichkeit. Regelmäßig werden Führungen angeboten.

Von der Wülzburg aus geht es nun im warmen Abendlicht zurück zum Ausgangspunkt Ellingen. Zehn Burgen und Schlösser liegen hinter uns auf dem Weg; wem das noch nicht reicht, der kann ruhig noch mehr Anwesen in seine Route mit einbauen. Im Fränkischen Seenland gibt es genug solcher geschichtsträchtigen Bauten!



Die gesamte Route mit den nordöstlichen Schlössern des Fränkischen Seenlands:

Diesen Artikel teilen:

Kommentar verfassen