Diese Lokalität hatte schon viele Namen: Seegasthof, Boothaus, Strandblick und jetzt „Restaurant Altmühlsee“. Der Blick auf den Altmühlsee von der Terrasse ist wunderschön, die Sonnenuntergänge sind legendär. Der neue Pächter will frischen Wind in die Gastronomie am Altmühlsee bringen. So hat er es im Frühjahr angekündigt. Ein erster Test!

Die Sonnenuntergänge am Altmühlsee sind legendär.
Sommerabend im „neuen“ Biergarten
Heiß ist es bei unserem Besuch im „Restaurant Altmühlsee“ an einem Freitagabend kurz vor der Sommer-Sonnenwende. Offenbar zu heiß, denn der große Biergarten ist nur spärlich besetzt. Die wenigen Gäste drängen sich im Schatten, gespendet von vor dem Biergarten stehenden Bäumen. Zwar wird gut die Hälfte der Tische von einer individuell einstellbaren Pergola überdacht, doch die Sonne ist bereits zu weit im Westen und knallt erbarmungslos in den Biergarten hinein. Wir bekommen nur noch einen Platz in der Sonne und sehnen von da an jede einzelne Wolke herbei.
Optisch hat sich das Lokal durchaus verändert. Der gesamte Außenbereich ist nun mit traditionellem Biergartenmobiliar ausgestattet. Die dunklen Tische und Stühle sehen zwar edel aus, wirken aber etwas düster. Ein grüner Metallzaun grenzt den Fuß- und Fahrradweg vom Biergarten ab. Mit den davor eingepflanzten Blumen und Sträuchern sieht das sicher mal schön aus, vorausgesetzt die Pflanzen überleben. Aktuell muss man sich Sorgen um sie machen.
Ansonsten wirkt der Biergartenbereich ordentlich, nichts steht rum, alles ist gepflegt. Auf einigen Tischen stehen Bierkrüge mit Besteck. Das war es dann aber auch mit der Dekoration. Deckchen, Untersetzer, Blumen oder Kerzen für den Abend sind nicht zu sehen. Einzig eine Lichterkette ist über den Biergarten in der Pergola gespannt. Sie sorgt ab der Dämmerung für eine schöne Stimmung.

Willkommen im Restaurant Altmühlsee – netter Empfang!
Das Personal scheint trotz der überschaubaren Gästezahl beschäftigt. Im Vorbeigehen gibt es für uns ein „Grüß Gott“ und die Speisenkarten landen schwungvoll auf dem Tisch. Darin bittet der Wirt auf der ersten Seite bei seinem Willkommengruß an die Gäste um Verständnis, wenn es beim Service mal länger dauern sollte. Wir können da nicht klagen. Alles lief rasch ab, auch eine Nachbestellung wurde sofort aufgenommen. Die Servicekräfte sind alle freundlich. Ob das Essen geschmeckt hat, wurde allerdings nicht gefragt.

Seit der Einweihung des Seezentrums hat die Lokalität schon viele Pächter erlebt.
Speisenangebot übersichtlich aber ausreichend
Das Angebot in den Speisekarten ist beim Essen überschaubar. Die neuen Wirtsleute hatten angekündigt, erstmal Routine im Ablauf bekommen zu wollen, dann wird eventuell das Angebot erweitert. Doch die Auswahl ist ausreichend. Zu finden ist hier sicher etwas. Eine Fränkische Hochzeitssuppe wird für 6,90 Euro angeboten, ein Beilagen Salat kostet 5,90 Euro, Salat mit Knusperhähnchen und Haudressing 17,90 Euro, ein Salat mit gebratenen Champignons 15,90 Euro. Wir werfen an anderen Tischen einen Blick darauf. Optisch sehen die Speisen gut aus. Von der Größe wird der Gast nicht überfordert.
Vegetarier werden ebenfalls auf der Karte fündig. Im Angebot sind die obligatorischen Käsespätzle mit Röstzwiebeln (16,90 Euro), Gebackener Camembert mit Preiselbeeren (13,90 Euro) und Cremiges Pilzrisotto (18,90 Euro). Kommen wir zur deftigen Abteilung. Auf der Karte stehen: Jägerbraten mit Kloß und Champignonrahmsoße (18,90 Euro); Schweinebraten mit Kloß und Bratensoße (16,90 Euro); Schweinelende mit Spätzle und Champignonsoße (22,90 Euro); Zwiebelrostbraten mit Pommes und Bratensoße (28,90 Euro)Rinderfilet 220 Gramm mit Pommes oder Salat (41,90 Euro). Der fränkische Klassiker, 2 Fränkische Bratwürste mit Sauerkraut und Bauernbrot, kommt für 12,90 Euro auf den Teller.
Das Schnitzel „Wiener Art“ wird laut Karte in der Pfanne gebraten und mit Pommes oder Kartoffelsalat serviert (17,90 Euro). Auch das Cordon Bleu wird als Pfannenkreation in der Speisekarte mit Pommes oder Kartoffelsalat als Beilage geführt (20,90 Euro).Abgerundet wird das Speisenangebot mit Linguine mit Knoblauchgarnelen (21,90 Euro) und Paniertes Schollendoppelfilet mit hausgemachten Kartoffelsalat und Remoulade (18,90 Euro). Der Wirt denkt auch an die kleinen Gäste. Zu finden sind auf der Kinderkarte Pommes (4,90 Euro); Chicken Nuggets mit Pommes (8,90 Euro); zwei fränkische Kartoffelknödel mit Bratensoße (4,90 Euro) oder Rahmsoße (5,90 Euro) oder Champignonrahmsoße (6,90 Euro). Kleine Gäste können aber auch Spätzle bestellen. Die Varianten werden berechnet wie bei den Klößen. Woher die Zutaten für die Gerichte bezogen werden, geht aus der Speisenkarte nicht hervor.

Traumhaft schön! Der Ausblick ist im Preis inkludiert.
Von Bier bis Schampus
Die Auswahl bei den Getränken lässt keine Wünsche offen. Die regionale Brauerei Spalter aus dem Fränkischen Seenland liefert die Biere. Helles, Pils, Dunkles, Weizen werden zusammen mit alkoholfreien Varianten von 4,30 Euro (Helles) bis 4,60 Euro angeboten. Alle Biere werden in 0,5 ausgeschenkt – lediglich das Pils ist 0,4. Auch Radler (4,30 Euro) und Russ (4,90 Euro) finden sich im Angebot. Auch bei den Softdrinks und alkoholfreien Getränken ist die Liste lang. Softdrinks kommen für 3,90 Euro ins 0,3-Glas, Holunder- und Himbeerlimonade für 4,30 Euro, Lemon oder Bitter Lemon für 3,90 Euro, Eistee kostet 4,90 Euro, Tafelwasser 0,3 wird mit 2,90 Euro abgerechnet, der Liter für 7,90 Euro. Grapefruit Diät 0,5, steht für 2,90 auf der Karte, der Red Bull für 3,90.
Verschiedene Grapi Säfte runden das Angebot ab. Die reine Saftvariante 0,3 kostet 4,60 Euro, die entsprechende Schorle 4,30 Euro. Die Sonnenuntergänge am Altmühlsee sind legendär und lassen sich vom Biergarten aus wunderschön beobachten. Cocktail gefällig? Bitte sehr! Verschiedene Spritz werden im Cocktailglas serviert: Sarti, Hugo, Aperol, Lillet – 0,25 für 7,90 Euro. Bei den Weinen setzt der Wirt auf Lieferanten aus Franken, Hessen und der Steiermark. Die Preise bewegen sich für 0,2 zwischen 6,90 und 11,30 Euro. Zudem sind auf der Weinliste verschiedene Cà dei Frati von 8,90 bis 12,30 Euro. Weinschorle kommt für 5,90 Euro ins Glas.
Auch Champagner wird für besondere Momente im „Restaurant Altmühlsee“ angeboten. Die Flaschenpreise gehen von 95 bis 169 Euro. Günstiger wird es da beim Prosecco: 19,50 Euro die Flasche, 4,90 Euro das Glas. Auch für den Kurzen nach dem Essen ist bestens besorgt. Die Liste ist lang und reicht von den traditionellen Schnäpsen bis hin zu Jack Daniels. Die Preisspanne geht von 2,90 bis 5,90 Euro. Zudem stehen verschiedene Kaffee- und Teespezialitäten bereit. Die Preise reichen von 2,90 Euro für den Espresso, über 3,90 Euro für den Tee, bis hin zur Heißen Schokolade für 4,30 Euro.
Wer Lust auf ein Dessert verspürt, kann zwischen verschiedenen Eisspezialitäten wählen (5,90 bis 8,50 Euro). Auch Kuchen ist gelistet – für 4,30 Euro das Stück.

Verführerisch schimmert der Gerstensaft in der Abendsonne. Müsste nur kälter eingeschenkt werden.
Der Test: Schnitzel und Currywurst
Unsere Wahl fiel an diesem Abend auf ein Schnitzel mit Pommes und auf eine Currywurst mit Pommes (10,90 Euro), das auf einer Tafel ausgeschriebene Tagesangebot. Das Schnitzel macht beim Servieren mächtig Eindruck. Zwei Scheiben bedecken die Pommes nahezu komplett. Die Überraschung dahinter: Das Fleisch ist sehr dünn geklopft. Was leider zur Folge hat, dass das Innenleben dieses Schnitzels nicht mehr sehr saftig war. Das Fleisch selbst ließ leider auch jeden Eigengeschmack vermissen. Weniger schön: Ketchup wird als Plastikbeutel auf den Teller gelegt. Bei einem Schnitzel für knapp 18 Euro wäre etwas mehr Zauber wünschenswert.

Die Panade sieht lecker aus. Das Schnitzel selbst kommt darunter recht dünn daher.
Ähnliche Situation auch bei der Currywurst. Hier fehlt es an der Knackigkeit. Auch hier vermisst man den Eigengeschmack der Wurst. Curry? Fehlanzeige! Die Wurst schwimmt zwar in reichlich Soße, doch auf ihr fehlt Curry-Powder, was ja auch das Gericht eigentlich ausmacht.

Das Tagesangebot: Currywurst mit Pommes für 10,90 Uhr. Die Wurst selbst ist allerdings beim Eigengeschmack etwas schwach auf der Brust.
Bier zischt leider nicht
Kurz noch zum Bier: Das dürfte kälter serviert werden. Vor allem bei Lufttemperaturen über 30 Grad. Beim ersten Schluck zischt es nicht. Nach wenigen Minuten ist das Bier im Glas zu warm. Das liegt nicht allein an den hohen Außentemperaturen, das liegt vor allem an der Ausschanktemperatur.
Die Schlagworte des Restaurant Altmühlsee sind „Echt – Fränkisch – Genuss“. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, muss noch nachjustiert werden. Der Begriff „Restaurant“ weckt gewisse Erwartungen und steht bei Optik und Kulinarik für einen anderen Standard als bei reinen Biergärten oder Kiosken. Da bleibt zu hoffen, dass in dieser Lokalität in 1A-Lage am See noch nachgeschärft wird.

Schöner Ausblick, alles sauber – jetzt braucht es noch etwas mehr Gemütlichkeit.
Bei unserem Besuch zum Sommer-Sonnenwend-Wochenende war das Restaurant seit vier Wochen unter neuer Leitung in Betrieb. Die Internetseite www.restaurantaltmuehlsee.de ist noch im Aufbau. Bereits für den Frühling waren mehr Infos angekündigt. Achtung: Die leicht zu verwechselnde Internetpräsenz www.restaurant-altmuehlsee.de gehört zum Gasthof Hirschen in Muhr am See.
Restaurant Altmühlsee
Seestr. 19
91710 Gunzenhausen-Schlungenhof
Tel.: 0151/67804022
