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Ausprobiert: Fränkischer WasserRadweg – die Rundtour West, Teil 1

2019 wurde er feierlich eingeweiht: Der neue Fränkische WasserRadweg. Auf 460 Kilometern führt er durch das Fränkische Seenland und die angrenzenden Regionen, immer auf der Spur des Wassers. Wie ist es, diesen neuen Fernradweg entlangzuradeln? Im Rahmen der jährlich mehrfach stattfindenden Qualitätskontrollen ist Produktmanagerin Jessica Pitterle die neue Rundtour West gefahren und berichtet in diesem Gastbeitrag von ihren Erfahrungen. Teil 1 der Rundtour führt sie von Gunzenhausen über Wassertrüdingen nach Dinkelsbühl.  

Wie ist es so, den Radweg zu fahren, für den man das Produktmanagement macht?

Ich fahre im Jahr über 3000 Kilometer mit dem Fahrrad – und täglich auf dem Weg zur Arbeit unter anderem auf dem Fränkischen WasserRadweg. Doch ich habe noch nie eine mehrtägige Tour mit dem Rad gemacht. Und so war es schon spannend zu sehen, ob meine Planung passt, wie ich mit den Etappen zurechtkomme – und ob ich nach dem 2. Tag auf dem Rad noch Lust habe, weiterzufahren.

Der Fränkische WasserRadweg ist ein Rundweg – das ist ideal, wenn man am Weg wohnt, so kann man nämlich ganz einfach losstarten. Es gibt so viele Variationsmöglichkeiten, allerdings habe ich mir die Große Rundtour für meine erste mehrtägige Radreise noch nicht vorgenommen – die geplanten drei Tage sind für mich als Einstieg ideal.

Drei Tage auf dem Rad unterwegs

Da ich keine Packtaschen fürs Fahrrad habe, war beim Packen Platz sparen angesagt: Ich, die ich normalerweise schon für ein kurzes Wochenende „zur Sicherheit“ immer viel zu viel mitschleppe muss also jetzt Gewicht und Volumen reduzieren. Es muss alles in den Korb auf dem Gepäckträger passen – mit dem Extra, dass meine Handtasche ein Modell ist, das seitlich eingehängt werden kann – perfekt für die Reise, denn so muss die Tasche nicht mit in den Korb.

Laut Wetterprognose erwarten mich drei trockene Tage – ich spare mir die Regenkleidung und hoffe auf den Wettergott.

Und so geht es los – erst einmal um den Altmühlsee. Mir fällt direkt auf, dass ich mit der Beschilderung gut klarkomme. Der Fränkische WasserRadweg ist als Rundtour ja in beide Richtungen beschildert. Und obwohl man auf unserer Website auch die Tracks herunterladen kann, möchte ich gerade im Rahmen der Qualitätskontrolle ohne Navigation per Handy oder Navigationsgerät auskommen.

Und ich muss sagen: Das klappt problemlos. Wenn man mal weiß, wo man hinschauen muss, könnte man an den Schildern nur so vorbeiflitzen – eigentlich. Da ich ja kontrolliere, ob alle Schilder da sind, bremse ich bei jedem Schilderbaum entlang des Weges und schaue ganz genau hin, ob auch alle Einhänger da sind. 

Denn: Man mag es ja nicht glauben aber es gibt tatsächlich Souvenirjäger, die sich die Einhänger mit nach Hause nehmen. Und auch auf dem Fränkischen WasserRadweg waren sie seit der letzten Kontrolle im Frühjahr unterwegs. Das haben aufmerksame Radler schon an uns gemeldet und ich schaue jetzt nach, ob der Nachschub an Einhängern schon montiert wurde oder ob noch welche fehlen. Zum Glück sind nicht viele Schilder weggekommen – und der Nachschub ist auch schon bestellt. Die Naviapp habe ich tatsächlich nicht gebraucht.

Abwechslungsreiches Fränkisches Seenland

Die erste Stadt auf meinem Weg ist Gunzenhausen. Hier überquere ich den Limes und fahre entlang der Altmühl hinaus auf die Felder, die ein Storchenschutzgebiet sind. Tatsächlich kann man einige Störche bei der Suche nach Futter – oder einfach einem Spaziergang auf der Wiese –  beobachten.

Weiter geht es dann Richtung Wassertrüdingen. Größere Städte sind als Orientierungshilfe immer gut, auf den Wegweisern gibt es nämlich „Fernziele“ und „Nahziele“ – es empfiehlt sich also, den Routenverlauf vorher mal anzuschauen.

Schon nach den ersten Kilometern fällt mir auf, wie abwechslungsreich die Region des Fränkischen Seenlands ist. Ich bin erst vor knapp zwei Jahren hierhergezogen – es gibt also für mich als „Reig’schmeggte“ auch noch viel zu entdecken. Abseits der Seen fahre ich durch wunderschöne Herbstwälder und kleine Dörfer. Vorbei an schönen Kirchen, wie zum Beispiel in Großlellenfeld. Danach geht es dann an den kleinsten See im Fränkischen Seenland: Den Dennenloher See. Der liegt jetzt im Herbst ganz verschlafen da.

Von Unterschwaningen nach Wassertrüdingen

Hier ist auch ein Hinweisschild auf den Limes – und ich stelle fest, dass ich von Gunzenhausen bis Dennenlohe fast genau dem Verlauf des Limes gefolgt bin. Ich bin auf dem Limes gefahren und habe ihn mehrfach überquert. 

Schloss Dennenlohe liegt schon im herbstlichen Blätterrauschen, ein Foto von Schloss und Schlosshund und weiter geht es nach Unterschwaningen.

Hier fahren wir vorbei am nächsten Schloss –  in Unterschwaningen hat unter anderem Friederike Louise von Brandenburg-Ansbach gelebt, Tochter Friedrichs des 2. und Frau des „Wilden Markgrafen“, Carl Wilhelm Friedrich von Brandenburg Ansbach. 

In Wassertrüdingen mache ich eine kurze Pause im Wörnitzpark. Hier war im letzten Jahr die Gartenschau – und die Anlagen sind nach wie vor einen Besuch wert. Nun macht der Fränkische WasserRadweg seinem Namen wieder alle Ehre – ich fahre an der Wörnitz entlang durch eine wunderschöne, herbstliche Landschaft.

Abstecher ins Limeseum

Als an einer Kreuzung ein Schild zum Limeseum Ruffenhofen steht, beschließe ich, einen kleinen Abstecher zu machen. Für alle, die mit dem E-Bike unterwegs sind und unter „Range Anxiety“ leiden, der Reichweitenangst, ist dieser Abstecher mit Kaffeepause zusätzlich sehr angstlösend: Am Limeseum in Ruffenhofen gibt es eine Ladestation – und sogar Ladekabel kann man ausleihen! So kann man sein E-Bike, sich selbst mit Kaffee oder kalten Getränken  und den eigenen Wissensspeicher aufladen.

Ein wunderbarer Blick über das Kastell hin zum Hesselberg – ja, die alten Römer wussten auch schon, wo es schön war! Diesen Blick kann man auch bei einer Übernachtung genießen – in Ruffenhofen steht ein Sleeperoo – eine Schlafkapsel und man könnte hier auch übernachten.

Die Wörnitz bleibt mein Begleiter – und jetzt endlich zeigt sich auch die Sonne! Nach wenigen Kilometern erhasche ich einen ersten Blick auf Dinkelsbühl. Hier ist das Ende meiner heutigen Etappe. 65 Kilometer habe ich hinter mir – und ich muss feststellen, dass das genau die richtige Distanz ist, um während und nach der Tour auch noch Zeit und Kraft für Kultur zu haben.

Ein Rundgang mit dem Dinkelsbühler Nachtwächter

Für den Abend buche ich beim Touristik Service Dinkelsbühl einen Rundgang mit dem Nachtwächter. Nach einem Abstecher ins Hotel und einem wirklich guten Abendessen geht es dann auch schon los. Der Nachtwächter erzählt von den Aufgaben, die die Nachtwächter seit dem Mittelalter hatten – und Dinkelsbühl zeigt sich im Mondschein von seiner wirklich romantischen Seite. Ich bin ja schließlich auch im „Romantischen Franken“ – da ist der Name also wirklich Programm.

 


Hier geht’s weiter mit Teil 2 der Rundtour West: Von Dinkelsbühl über Feuchtwangen nach Rothenburg ob der Tauber


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