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Der Seenländer, Etappe 7: Von Schlungenhof zum „Monte Gero“

Es ist ganz schön lange her, seit ich das letzte Mal „Seenländern“ war. Doch ich will den großen Fernwanderweg des Fränkischen Seenlands endlich komplett von meiner Bucket-List streichen, also habe ich mal wieder die Wanderschuhe geschnürt und bin losgezogen. Die siebte Etappe von Schlungenhof am Altmühlsee zum „Monte Gero“ kurz vor Ornbau ist eine Etappe, die sich perfekt für ruhige Herbsttage oder die Stade Zeit eignet: Hier warten keine lauten Highlights, sondern stille Schönheiten. Ein fast schon meditatives Erlebnis zwischen Wald und Wiesen.

Hier findet ihr alle bisher gewanderten Etappen des Seenländers


Warum war so lange Seenländer-Pause? Eine ehrliche Antwort:

Ich darf’s ja fast nicht laut sagen, aber es ist nun ziemlich genau fünf Jahre her, als ich beschlossen habe, alle elf Etappen des Seenländers zu bewandern. Damit ist diese Artikelserie fast so alt wie der Seenlandblog selbst. Woran liegt’s nun, dass ich noch immer irgendwo unterwegs „feststecke“?

Ehrlicherweise liegt es einerseits am Stress des normalen Alltags, der ganztägige Wanderungen nicht immer möglich macht (mein Problem). Und dann liegt es aber ein bisschen auch am Seenländer selbst (ein generelles Problem). Denn auf manchen Etappen ist es nicht so leicht, wieder zum Ausgangspunkt der Wanderung zurückzukehren (etwa mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, wie bei den Etappen 5 und 6).

Das heißt: Man muss entweder die Route wieder zurück zum Ausgangspunkt laufen, was aber viel Zeit in Anspruch nimmt und bei Etappenlängen von bis zu 17 Kilometern (einfach) auch nicht ganz ohne ist. Die zweite Möglichkeit ist, eine Abkürzung zurück zu laufen. So habe ich es etwa bei Etappe 2 zwischen Eckersmühlen und der Fuchsmühle gemacht.

Und dann gäbe es natürlich noch die Variante, mit mehreren Begleitern zu wandern und ein Auto vorab am Endpunkt der Etappe abzustellen, um wieder zum Ausgangspunkt zurückzukehren. So habe ich es etwa bei Etappe 1 zwischen Petersgmünd und Eckersmühlen gemacht. Das ist aber einerseits auch ein wenig umständlich, und andererseits ökologisch nicht so optimal, mit mehreren Autos durch die Gegend zu kurven.

Achja: Natürlich gibt es für „richtige“ Fernwanderer noch die Option, jeweils am Ende der Etappe zu übernachten und am nächsten Tag gleich weiterzugehen.

Aber jetzt ist Schluss mit dem Gejammer und den Ausreden: Begleitet mich nach zwei Jahren Seenländer-Pause auf die nächste Etappe zwischen Schlungenhof und dem Monte Gero!


Los geht’s in Schlungenhof am Altmühlsee. Im Sommer ist das Seezentrum ein turbulenter, bunter Ort mit Badegästen, Wassersportlern, Ausflüglern und Schiffspassagieren. Im Herbst und Winter aber ist es hier wesentlich ruhiger. Ein paar Einheimische joggen oder spazieren am Ufer entlang.

Zwei, drei Boote mit dick eingepackten Anglern dümpeln auf dem Wasser vor sich hin. Wer in der früh loswandert, kommt mit hoher Wahrscheinlichkeit in den Genuss von sanft aufsteigendem Morgennebel über dem See. Mit diesem meditativen Gefühl der Ruhe starten wir in die siebte Seenländer-Etappe.

Wir laufen am Ufer entlang und bestaunen die sanduhrartigen Knabberspuren des Bibers an den Bäumen. Es geht an der Hirteninsel vorbei zum Seezentrum Wald, wo der verlassene Abenteuerspielplatz auf den nächsten Frühling voller Kinderlachen wartet.

Dort verlassen wir dann den Altmühlsee und der Weg führt uns über Wiesen und Felder und am Waldrand entlang zu den „Gmabüsch“ von Wald. Hier, am Aussichtspunkt der „Wald“-Bewohner, wartet die liebe Marion mit einer kleinen Brotzeit auf uns.

Sie (also die Brotzeit, aber irgendwie auch die Marion) kommt aus dem Walder Dorfladen, der von der Dorfgemeinschaft ehrenamtlich mit viel Engagement betrieben wird. Hier kann man sich mit regionalen Lebensmitteln eindecken, und dank des Wald-o-Maten sogar außerhalb der Öffnungszeiten.

Frisch gestärkt geht es weiter, und der Weg führt nun viele Kilometer über Wiesen und Felder oder am Waldrand entlang. Ortschaften, wie etwa Streudorf oder Höhberg, sieht man eher im Vorbeigehen. Nur die paar Häuser von Gothendorf durchquert man tatsächlich. Doch Menschenansammlungen trifft man auch dort nicht.

Während die vorherige Etappe des Seenländers zwischen Langlau und Schlungenhof vor allem im Sommer teils stark frequentiert ist, ist man auf der siebten Etappe über Kilometer allein unterwegs. Selbst die Landschaft übt sich in eher zurückhaltender Schönheit.

Ich wandere vor mich hin, genieße die frische Herbstluft, und meine Gedanken laufen ebenso wie der Hund kreuz und quer vor mir her. Man könnte es fast schon als eine Art Geh-Meditation bezeichnen.

Erst kurz vor dem Ende der Etappe stößt man wieder auf das Wasser, und zwar in Form des Altmühlsee-Zuleiters bei Gern. In den wärmeren Monaten kann man hier im gemütlichen Biergarten einkehren, eine Runde Tretboot fahren oder am breiten Ufer des Altmühlzuleiters baden. Jetzt im Herbst und Winter ist alles verlassen – aber auch das hat einen ganz eigenen Charme.

Zuletzt soll die Etappe noch zum Monte Gero führen, der nur einen Steinwurf vom Örtchen Gern entfernt ist und daher auch seinen Namen hat. Ich muss zugeben, ich hab etwas in mich hineingelacht, als ich nach dem „Monte“ Gero Ausschau gehalten und fast übersehen hätte, weil es sich eher um ein Hügelchen handelt. Aber eine nette Rundumsicht hat man von dort oben allemal, und der Monte Gero ist immerhin etwas echt Seenländerisches: Entstanden ist er beim Bau des Altmühlsees.

Offiziell endet die siebte Etappe hier, doch man kann natürlich auch noch ein paar Meter von der nächsten Etappe vorausnehmen und weiter laufen bis nach Ornbau.

Wer nun zum Ausgangspunkt zurückwandern will, könnte folgende Variante gehen: Am Altmühlseezuleiter entlang bis zum Altmühlsee und am Ufer entlang zurück nach Wald (etwa acht Kilometer, Gehzeit gute 1,5 Stunden). Von dort mit der MS Altmühlsee übersetzen nach Schlungenhof. Aber vorsicht: Die MS Altmühlsee fährt im Herbst nur an den Wochenenden und danach macht sie Winterschlaf.


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